Mitten in einem wilden Tal…

 

liegt das Dorf Ottone. Rundum erheben sich die bewaldeten Gipfel des Apennin. Wie grosse, träge vor sich hin schlummernde Urtiere. Dazwischen schlängelt sich der Fluss Trebbia. Er folgt seinem eigenen natürlichen Lauf. Immer wieder gönnt er sich eine Pause in grossen, tiefgrünen Becken, welche zum Bade laden.

 

Das Tal ist die Heimat einer noch nahezu intakten Flora und Fauna. Wolf, Luchs, Dachs, Stachelschwein, Wildschwein, Damhirsch und Reh sind unter vielen anderen seine prominentesten Bewohner.

 

Im Dorf Ottone lebt der Ottonese. Im Winter ist die Bevölkerungszahl etwas lichter. Das Leben ist  beschwerlich hier. Es ist ein einfaches Leben. Im Sommer geht es heiter zu und her, es gibt Besuch von vielen Genovesi, Milanesi und Piacentini, welche alle hier ihre Wurzeln haben.

 

In Ottone bekommt man alles. Am Morgen Kaffee bei Mirko in der Bar Italia. Die Zeitung dazu gibts vis à vis bei den bärtigen Zwillingen und der immer fröhlichen Mariangela- der typisch italienische Gemischtwarenladen. Von Briefbögen aus den 70er Jahren bis zur Zahnbürste, auch aus den 70er. Dann schnell weiter in den Supermercato, und von dort zu Yole`s Eisenwarenhandlung, wo es selbstverständlich auch Salami, Käse und Honig zu kaufen gibt.  Auf dem Heimweg noch rasch in der Pharmacia auf die Waage stehen, um zu kontrollieren, was die cucina casalinga des Ristorante Genova schon alles angerichtet hat. Nachdem die Grusskarten auf der Post aufgegeben sind, gehts zuletzt noch kurz zu Rosano`s Elektroladen: erkundigen, ob die Lampe, die man letztes Jahr zur Reparatur gegeben hat, wohl langsam bereit wäre. Mmhh, doch was duftet hier nach frischen Canestrelli? Vielleicht doch noch auf einen Sprung zu Panifico Baracchi? Hier gibts wirklich alles, genau wie bei uns vor 25 Jahren. Darum bin ich so gerne hier…